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Portraits

American Akita

Annika "Geisha" vom Wächterberg

 

Der Akita genießt in Japan größte Wertschätzung. Er gilt als Glücksbringer und Symbol der Treue, dem Denkmäler gesetzt wurden. Er gehört lt. FCI-Standard zur Gruppe "Asiatische Spitze und verwandte Rassen".

Von einem Spitz hat er - wie man an den Fotos sieht - freilich wenig. Oft wird er vom Aussehen her mit einem Husky verwechselt.

Der japanische Akita Inu und der American Akita bzw. der Great Japanese Dog waren bis nach dem Zweiten Weltkrieg eine gemeinsame Rasse. Ab 1956 wurde ein Zweig in den USA weiter gezüchtet. Japan erkannte diese Linie allerdings nicht an, so dass es zu keinem Austausch kam. Infolgedessen entwickelten sich die beiden Linien auseinander. 1996 wurde der Situation durch eine Rasseteilung der FCI Rechnung getragen. Seit dem Jahr 2000 gibt es diese zwei Erscheinungsformen.

Der American Akita ist ein bis 71 cm großer Hund, stockhaarig mit kürzerer, reichlicher Unterwolle. Alle Farben sind im Rassestandard zugelassen, einschließlich gestromt oder gescheckt; die Farben sollten allerdings klar voneinander abgesetzt sein. Obwohl das Spitzerbe kaum erkennbar ist, zeigen doch die Ohren die Herkunft: sie sind straff stehend, nach vorne gerichtet, dreieckig und klein. Die Rute wird auf dem Rücken oder angelehnt an die Seite zusammengerollt getragen, sie ist dick behaart.

Sein Charakter wird vom FCI als "freundlich, aufmerksam, aufnahmefähig, folgsam und mutig" beschrieben.

Akita-Kenner würden dem wohl das "folgsam" manchmal streichen und "stur" hinzufügen. Bei meiner American Akita Hündin "Annika" würde auch "arrogant" zutreffen. Möchte Sie ein Kommando nicht befolgen, schaut sie demonstrativ weg, Nase hoch - als ob sie das nichts angehen würde ;-)

Das entspricht ganz der Beschreibung, eines Züchters* aus Deutschland: "Da der Akita ein sehr eigenständiger sturer Hund sein kann, ist in der Erziehung besonders darauf zu achten, so früh wie möglich (also gleich wenn sie anfangen rumzulaufen und ihre ersten Streiche aushecken) anzufangen und das immer konsequent und mit Liebe. Auf die Grundkomandos (Komm, Sitz, Bleib und Platz) und die Anerkennung seines Rudelplatzes sollte man bestehen. Alles andere wie Hundesport , Begleithundeausbildung u.s.w. ist etwas, was man je nach Persönlichkeit des Hundes auch tun kann, aber nicht erzwingen sollte, wenn man merkt, dass er zu so was gar keine Lust hat."

Was das Thema Spielen angeht, kann ich von meinem Akita sagen, dass sie nur ab und zu mit einem Spielzeug spielt. Nach 3 x Apportieren ist das schon langweilig für Annika. Lieber erkundet sie die Umgebung, schnüffelt, schnüffelt, schnüffelt und beobachtet. Am allerliebsten würde sie aber dauernd mit anderen Hunden oder mit "ihren" Menschen toben, rangelnd, "Spaß-Raufen".

Obwohl American Akitas sich generell sehr dominant anderen Hunden gegenüber verhalten, macht Annika Ally ihren Platz als "Boss" nicht streitig - trotz des enormen Größenunterschieds. Für fremde Hunde gilt: Ein Akita wird normalerweise keinen Streit anfangen - wenn der andere Hund ihn als "Chef" akzeptiert, können sie gute Freunde werden. Leider erlauben viele Hundebesitzer nicht, dass so ein großer Hund abgeleint werden und mit dem anderen spielen darf. An der Leine kann der Akita schnell "narrisch" werden - da bedarf es schon einiger Kraft, Konsequenz und vielem Üben, solche Situationen im Griff zu haben. Mein Tipp dazu: Gleich als Welpen so viel Kontakt mit anderen Hunden ermöglichen und das auch nicht reduzieren, wenn der Akita größer wird!

American Akitas sind sehr revierbewusst, was insbesondere unter Rüden häufig zu Raufereien Anlass gibt. Die Hunde sind zwar nicht ausgesprochen laufhungrig, sie lieben jedoch die Bewegung im Freien, Wetter ist für sie kein Thema. Deshalb ist es schade, dass man sie nur in wildfreien Gebieten frei laufen lassen kann. Ihr Jagdtrieb ist noch stark vorhanden und überwiegt die beste Erziehung.

Meiner Erfahrung nach sind Akitas sehr anhänglich und sensibel und Fremden gegenüber eher misstrauisch. "Seiner" Familie gegenüber entwickelt er einen starken Beschützerinstinkt, und stellt sich bei fremden Besuchern oft zwischen Familie und dem "Fremden". Er braucht eine konsequente Erziehung, für's scharf Abrichten ist er jedoch nicht geeignet, da er sonst je nach Wesen entweder aggressiv oder ängstlich wird.

Der Akita wird zwar als eigenständig beschrieben, jedoch muss ich sagen, dass Annika am liebsten in meiner Nähe ist und an allen engen Familienmitgliedern sehr hängt! Sie fordert ebenso ihre Streicheleinheiten und möchte immer mit dabei sein. Wie schon bei Ally's Portrait beschrieben, begleitet mich auch Annika ins Büro und war dort selbst als Welpe unglaublich brav. Sobald jedoch die Abmelde-Melodie vom Windows ertönt, springen die beiden auf - denn das ist das sichere Zeichen für FEIERABEND! :-)

Noch ein Wort zur Fellpflege: Der Akita hat ein dichtes, flauschiges Fell mit viel Unterwolle. Unterm Jahr haart er kaum, nur 2x im Jahr im Fellwechsel löst sich die Unterwolle. Da muss er täglich gebürstet werden. Auffallend ist - zumindest bei meinem Akita - dass er völlig neutral riecht, also so gut wie nie "hundelt".

>> Hier gibt's Infos zur Entstehung und Geschichte der Rasse...

>> Unterschied zwischen "American Akita" und "Akita Inu"

Alles in allem würde ich sagen, dass der American Akita einem hundeerfahrenen Besitzer, der viel Zeit für Beschäftigung und Auslauf zur Verfügung hat, viel Freude macht! Wer sich für einen Akita interessiert, sollte so viele Informationen wie möglich sammeln und am besten persönlichen Kontakt zu mehreren Akitas vorab suchen, um die Rasse kennenzulernen. Das gilt natürlich für jede Rasse, jedoch finde ich es bei solch einem großen charakterstarken Hund doppelt wichtig! Suchen Sie sich den Züchter sorgfältig aus - abgesehen von der Wichtigkeit der Gesundheit der Zuchthunde und der Art der Haltung (in der Familie beim Züchter! Nicht abgeschottet in irgendeinem Stadel!) ist es auch wichtig, dass man auch später noch Kontakt zum Züchter halten kann (Erfahrungsaustausch, Tipps, etc.).

Ohne Werbung machen so wollen, möchte ich an dieser Stelle Annika's Züchter in dieser Sache besonders hervorheben: "American Akitas vom Wächterberg" (Ohorn, Deutschland). Olaf und Michaela Bosch sind unglaublich engagiert und eine große Hilfe in Akita-Fragen. Ihnen ist es nicht egal, was mit dem Hund passiert, wenn er mal abgegeben ist! Ein großes Lob und Danke!!!

P.S.: Der Akita auf dem Titelbild bei der Portrait-Übersicht ist Cheyenne, eine der Hündinnen von Annika's Züchtern.


Annika (48 Tage alt)

 


Annika


Annika


Annika


Goya (Annika's Schwester)
beim Toben




Annika mit Ally

 


Annika mit Jason

 


Annika


Gepostet von: Doris Keglovits
Unter Bezugnahme der Quellen: wikipedia, www.fci.be, www.akitafreund.de, *www.katana-ken.de



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